Kostenlose Donnerstags in den staatlichen Museen zu Berlin

Die momentan herrschende Sparpolitik geht leider voran.  Erst vor kurzem habe ich erfahren, dass kostenloser Eintritt Donnerstag Abends in die staatlichen Museen zu Berlin seit über einem Monat Geschichte ist.  Das ist ja nicht nur ein bedauerliches Zeichen anhaltender finanzieller Schwierigkeiten sowie ein Verlust für alle Berliner, sondern auch ein Hinweis auf die Gefahren kultureller und geisteswissenschaftlicher Einrichtungen in den Ländern, wo Sparen hoch auf der Tagesordnung steht.  Es hat sich angeblich herausgestellt, dass Touristen, “die als leistungsfähigeres Publikum geltend dürfen” zunehmend das Angebot nutzten.

Die guten Nachrichten sind, dass jetzt Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr jeden Tag kostenlosen Eintritt gewährt wird.  Uns alten armen Kunstfreunde hilft das zwar nicht viel.  Für mich persönlich ist das ja bedauerlich, denn als ich in Berlin lebte war es für mich eine Art Tradition, Donnerstag Abends in den Museen zu verbringen.  Ich bin oft dahingegangen, manchmal bloß für eine Stunde oder zwei, um meine Lieblingsstücke oder interessante Artefakten zu betrachten.  Jahreskarten sind glücklicherweise nicht so teuer, der Preis einer solchen für Daueraustellungen beträgt nur 40 Euro, und wenn ich wieder in Berlin bin, werde ich mir wohl eine besorgen, dann könnte ich jederzeit ins Museum gehen.  Aber es kommt eigentlich nicht darauf an, was ich mir selber leisten kann.  Es kommt darauf an, dass der staatliche Kulturbesitz allen zugänglich ist.  Einige kostenlose Stunden sind wirklich nicht zu viel gefragt, und somit muss Kultur nicht unbedint nur denjenigen offen stehen, die das Geld hergeben kann.  Schade ist es auch, dass nur an das Touristengeld wird hier gedacht, als stellten die kostenlosen Abends eine Geschäftsgelegenheit dar, die man noch nicht gezapft hätte.  Eben das ist das Besorgniserregende an die Änderungen der Eintrittspreiseregelungen.

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